Para-Wissenschaften (2) - Gedankensplitter
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RADICES der Kanarischen Kiefern

(2004)

Gedankenschnippsel zu Parawissenschaften & Wissenschaften

... oder: Hier wäre ein Weblog besser (Ist in Planung ;-))

Die Filme der "Matrix"-Serie (http://www.thematrix.com) wurden zum Kult und lösten eine vorübergehende Welle von Grundsatzdiskussionen über die Realität der uns (scheinbar?) umgebenden Welt aus. Speziell Menschen aus der IT-Branche, Forschung und Entwicklung oder anderen innovationsgetriebenen Branchen scheinen hier einen modernen Zugang zu den klassischen Menschheitsfragen zu finden.
Eine zufällige Suche nach weiteren Webseiten, die sich mit dem Matrix-Thema beschäftigen, liefert sofort einen Beweis für die enge Verbindung der Faszination an der Matrix und einen generellen Interesse an Para-Wissenschaften.

In so genannten populären Wissenschaftschaftsmagazinen (p.m.) und Fernsehsendungen werden Berichte über "anerkannte" Phänomene und para-wissenschaftliche Behauptung auf eine Art vermischt, die es für einen wissenschaftlich interessierten Laien extrem schwer macht, sich selbst ein Urteil zu bilden. Beispiele:

In p.m., Ausgabe Juli 2004, wird in einem Artikel über Quantenphänomene schleichend zu einer metaphysischen Betrachtung übergegangen, die darin gipfelt, dass die dreidimensionale Darstellung der quantenmechnischen Wellenfunktion eines Rubidium-Atoms das gleiche Aussehen hat wie ein prähistorischer Trilobit und damit belegt, dass "alles mit allem" verbunden ist.

In einem Modern-Times-Fernsehbericht (Ende 2003 oder Anfang 2004 - noch zu recherchieren auf http://moderntimes.orf.at, wenn die ASP-Suche dort wieder einmal funtkioniert)  wird neben den anderen Berichten über die Vorschäge einer russischen Forschergruppe berichtet, die mit einer Art Amulett die schädlichen Auswirkung der kosmischen Strahlung auf Piloten verringern will. Dazu wird als "Gegenpol" ein Flugarzt befragt, der zu den physikalischen Fragestellungen logischerweise wenig sagen kann und sich im Interview herauswindet.

Mittlerweile vertraut ein nicht zu vernachlässigbarer Teil der Bevölkerung in irgendeinem Aspekt ihres Lebens auf para-wissenschaftliche Erkenntnisse, dabei vor allem im medizinischen Bereich (Homöopathie etc...)

Traditionelle Glaubensgemeinschaften haben ihren Stellenwert eingebüßt - auch wenn das Begräbnis des Papstes Millionen Menschen nach Rom zieht.

Zusatzausbildungen im Bereich von Soft Skills wie Konfliktmanagement, Mediation und Coaching boomen auch unter Managern aus Technologie-lastigen Branchen.

Naturwissenschaftler und Leute aus der IT-Branche haben sich im positiven Sinn meist einen Teil ihrer kindlichen Freude am Spielen und Ausprobieren bewahrt. Die Kehrseite davon ist eine Tendenz zur Flucht aus dem Alltag, wobei ich unter Alltag hier z.B. verstehe

Das frustrierende Dasein als unterbezahlter Wissenschaftler an einer Universität mit zeitlich befristetem Vertrag, wenig Privatleben während des zeitlich befristeten Auslandsaufenthaltes und ungewissen Zukunftsaussichten (hier sollte ein Link zu einer Dokumentation über das Leben von Wissenschaftlern stehen, die im Juni 2004 auf Arte zu sehen war. Dazu kommt noch der Leistungsdruck, auf den die Scientific Community in gewissem Sinn stolz ist. Die Situation von Forschern im deutschsprachigen Raum beleuchtet das Buch "Forschen auf Deutsch", das zur Zeit meiner Dissertation einigen Staub aufgewirbelt hat (und nach meinem Eindruck nach wie vor aktuell ist)

Ähnliches gilt für die modernen Technologie-Nomaden, die ohne Atempause von Projekt zu Projekt eilen (oder getrieben werden), immer im Zwiespalt zwischen ihrem Interesse am "Bau von Lösungen" und der kindlichen Freude, wenn alles klappt, einerseits und der Sorge um das nicht immer sehr ausgeprägt vorhandene Privatleben andererseits.

... und ich merke, dass sich das zum Teil negativer anhört, als ich es persönlich empfinde. Bzw. gibt es mehr Möglichkeiten als man glaubt jenseits von "Kästchen" in "Systemen".

radices.net ist eine Website von Elke Stangl