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Skeptizismus und Esoterik

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RADICES der Kanarischen Kiefern

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Claus Fritzsche: Sie verweisen zu Beginn auf den Mindmap-artigen Charakter unserer Diskussion. Wenn Sie damit einverstanden sind, dann können wir dieses Stilelement gerne beibehalten. Wir arbeiten hier mit Begriffen, welche in einem Kontext gesehen werden müssen und sich nicht in zwei bis drei Sätzen zum Ausdruck bringen lassen. Geht es beispielsweise um die von Ihnen beklagte unzulässige Vereinnahmung wissenschaftlicher Erkenntnisse oder den von mir beklagten geringen Bezug zu Bewusstseins- und Wahrnehmungs-Phänomenen, so können wir hier bildlich gesprochen vielleicht nur wenige Atome der Spitze eines Eisbergs beleuchten und dabei nicht ausschließen, dass unsere Aussagen von jeder Leserin und jedem Leser durch eine Brille mit persönlichem Farbfilter betrachtet werden. Wer komplexe Fragen stellt und einfache Antworten erwartet, der wird auf diese Weise keine Befriedigung finden. Wer Menschen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen verstehen will, für den können die zwischen unseren Zeilen verborgenen Selbstauskünfte ein wertvoller Fundus sein. Darüber hinaus entsteht für mich der Eindruck, dass hier zwei Menschen miteinander diskutieren, welche in ihrem Weltbild trotz gemeinsamer Grundlagen wahrscheinlich sehr weit auseinander liegen und trotzdem einen Dialog führen, welcher von gegenseitigem Respekt getragen ist und in dem Erkenntnisgewinn – und nicht weltanschaulicher Grabenkrieg – im Vordergrund stehen. Allein diesen Aspekt halte ich für ungewöhnlich und wertvoll.

Elke Stangl: Ich stimme Ihnen hier ohne Einschränkungen zu und sehe einen Dialog dieser Art als eine Ausgangsbasis oder Standortbestimmung, um konkrete Themen im Detail (sachlich) überhaupt diskutieren zu können. Mir ist im Zuge dieses Diskurses wieder einmal bewusst geworden, dass exakt diese Art der Vor- oder Meta-Diskussion unabdingbar ist und – leider – in den üblichen Schlagabtausch- artigen Diskussionen zwischen "Skeptikern" und "Esoterikern" fehlt. Natürlich sehe ich den Dialog auch als eine fachlich-wissenschaftliche Herausforderung: Die hier oft angesprochene wissenschaftliche Herangehensweise muss sich gerade dann beweisen, wenn die Gegenargumente vielleicht unbequem oder "seltsam" sind. Ich möchte mich ganz bewusst abgrenzen von Gelehrten der Marke: Spezialisierter Wissenschaftler, der intelligente und unkonventionelle Fragen der Studenten im Erstsemester sichtlich nicht beantworten kann und in dogmatische Floskeln flüchtet (…Erfahrungswerte). Mir ist im Zuge dieses Gespräches auch bewusst geworden, dass eine noch größere Herausforderung in der Abgrenzung von "Esoterik" und "Religiosität" liegt, wobei auch hier wieder beide Begriffe diskussionswürdig sind. Inhaltlich sehe ich hier eine größere Chance für einen Konsens, wobei andererseits die Anforderungen an sprachliche Exaktheit noch größer sind und auch hier eine "wissenschaftliche" Ausbildung in Philosophie oder Theologie nicht von Nachteil wäre. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass im Fall aller dieser scheinbaren ideologischen Gräben ein Bedarf an "grenzüberschreitenden" Dialogen besteht, wozu wir hoffentlich einen Beitrag im Sinne einer "Best Practice" leisten konnten.

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radices.net ist eine Website von Elke Stangl, siehe Impressum. Wer versucht ist, das alles hier zu ernst zu nehmen, sollte zur Sicherheit auch folgende Sites besuchen EPSI, Subversives