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Skeptizismus und Esoterik

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RADICES der Kanarischen Kiefern

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(Fortsetzung) Claus Fritzsche: Um zu Ihrer abschließenden Frage nach der Abgrenzung von „Esoterik“ und „Wissenschaft“ zu kommen:

Die von Ihnen vorgeschlagene Bestandsaufnahme „wissenschaftlicher“ und „esoterischer“ Publikationen strebe ich aus zwei Gründen nicht an. Zunächst einmal ist der zu untersuchende Fundus aus meiner Sicht so groß, dass mich diese Aufgabe überfordern würde. Darüber hinaus gibt es einen großen Unterschied zwischen WISSEN und bewusster ERFAHRUNG. Eine Auflistung beispielsweise spiritueller oder esoterischer Publikationen ist aus meiner Sicht in dem Maße wertlos, wie die damit verbundenen konkreten Erfahrungen nicht vermittelt werden können. Oder noch einfacher: Einmal angenommen, Sie haben eine persönliche Abneigung gegenüber allen Themen, welche einen Bezug zu „mental“ haben (vom autogenen Training über Autosuggestionen bis hin zu Hypnose und NLP), so ist ein geistiger Austausch über diese Themen aus meiner Sicht nur in dem Maße fruchtbar, wie wir beide über plastische Erfahrungen in diesen Gebieten verfügen. Hier sehe ich übrigens eine wesentliche und in der Natur der Sache liegende Ursache für Missverständnisse zwischen „Skeptikern“ und „Esoterikern“, welche sich beim geistigen Austausch über feinstoffliche Phänomene nach meiner Beobachtung auf den Ebenen WISSEN und ERFAHRUNG in vollkommen unterschiedlichen „Welten“ aufhalten.

Bewegen wir uns nun von der Meta-Diskussion über den historischen Ursprung der Begriffe „Skeptizismus“ und „Esoterik“ hin zu dem, was Menschen aus diesen Begriffen in der Praxis machen, so sehe ich eine andere Möglichkeit, sich dem Thema sinnvoll anzunähern.

Obwohl die Begriffe „Skeptizismus“ und „Esoterik“ – hier sind wir einer Meinung – von ihrer logischen Ableitung her keinerlei Gegensätze darstellen, scheinen sich hinter diesen Begriffen im wahren Leben jedoch Menschen zu gruppieren, welche – dies ist eine These – hinsichtlich ihrer Art zu denken, zu fühlen, sich selbst und ihre Umwelt wahrzunehmen gegensätzlicher nicht sein können. Eine weitere These besagt, dass es sich hier um Gegenpole handelt, welche über eine komplementäre Gemeinsamkeit verfügen. Vielleicht sind sie gemäß der Beobachtung des Heidelberger Soziologen Edgar Wunder beide Anhänger von positiven und negativen Glaubenssystemen zu einem gemeinsamen Themenkomplex, wobei ein nicht unerheblicher Teil der Fraktion mit wissenschaftlichem Anspruch die Dimensionen „positiver versus negativer Glaube“ und „Dogmatismus versus geistige Offenheit“ verwechselt. Mit anderen Worten: Vielleicht haben beide Gruppen zumindest in Teilen ein starkes religiöses Element.

Nach meiner Erfahrung reiben sich beide „Lager“ – so sie denn überhaupt bereit und in der Lage sind, eine offene Diskussion zu führen – bevorzugt an den „schwachen“ Vertretern der jeweiligen Gegenseite. Esoteriker (hier: Menschen, welche sich mit diesem Begriff identifizieren) greifen sich somit gerne Skeptiker (hier: Menschen, welche sich mit diesem Begriff identifizieren) heraus, welche durch ihre dogmatische, emotionale, unflexible und fast religiöse Sichtweise eine Karikatur darstellen, die ihrem eigenen Feindbild mit umgekehrten Vorzeichen ähnelt und welche dem eigenen Anspruch nach „Wissenschaftlichkeit“ noch nicht einmal ansatzweise gerecht wird. Umgekehrt greifen sich Skeptiker nach meiner persönlichen Einschätzung bevorzugt Esoteriker heraus, deren Umgang mit dem Themenkomplex „Bewusstsein, Geist, feinstoffliche Energie etc.“ in ähnlicher Weise wie eine Karikatur überzeichnet ist und die sich einer kritischen Hinterfragung ihrer Aussagen entziehen.

In unserer Diskussion haben wir nach meiner Beobachtung beide den Wunsch, möglichst nicht in eine Schublade mit dem Etikett „Skeptiker“ oder „Esoteriker“ geschoben zu werden. Trotz dieser Einschränkung repräsentieren Sie für mich persönlich eine „Skeptikerin“ – welche sich nicht nur durch eine wissenschaftliche Herangehensweise an Themen sondern auch durch ein ganz bestimmtes Wahrnehmungs- und Erfahrungs-Raster auszeichnet – und sehe ich bei mir ein auf eigenen Erfahrungen und Erlebnissen basierendes Verständnis für feinstoffliche Phänomene, die zur Esoterik gehören und ein wahrscheinlich in Teilen komplementäres Wahrnehmungs- und Erfahrungs-Raster.(Das muss ein gewisses Maß an ganzheitlichem, intuitivem Denken auf Ihrer Seite sowie ein gewisses Maß an logischer Stringenz und Gewissenhaftigkeit im Umgang mit Begriffen und ihren Bedeutungen auf meiner Seite nicht ausschließen.) Eine sinnvolle Vorgehensweise zur Erschließung des Themas „Skeptizismus und Esoterik: Gegenpole oder Geschwister?“ könnte nun darin bestehen, dass Sie anhand von plastischen Beispielen kritisch untersuchen, was Menschen im wahren Leben aus dem Begriff „Esoterik“ machen und wo aus Ihrer Perspektive offensichtliche Schwachstellen bestehen. Umgekehrt kann ich anhand von Beispielen kritisch untersuchen, was Menschen unter dem Etikett „Skeptizismus“ in der Praxis machen und wo sich hier aus meiner Sicht Schwachstellen ergeben.

Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Ich halte übrigens ein tiefgehendes Interesse an grenzwissenschaftlichen Themen und gleichzeitig wissenschaftlich wünschenswerte echte Indifferenz zu diesen Themen für sehr unwahrscheinlich. Unsere Diskussion kann jedoch davon profitieren, dass wir eine positiv glaubende bzw. eine negativ glaubende Grundeinstellung zum Thema als Realität akzeptieren und darüber hinaus unsere Fähigkeit zu geistiger Offenheit testen.

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radices.net ist eine Website von Elke Stangl, siehe Impressum. Wer versucht ist, das alles hier zu ernst zu nehmen, sollte zur Sicherheit auch folgende Sites besuchen EPSI, Subversives