Motivation
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__/\__ Zur Arbeit von Casimir über die Nullpunktsenergie

Cumbre Vieja, La Palma

Philosophie, Physik, Informatik

(Herbst 2009 und Rückblick)

radices.net ist 2003 aus dem Bedürfnis entstanden, meine wissenschaftlichen Wurzeln zu verbinden mit (scheinbar!) unterschiedlichen neuen beruflichen Betätigungsfeldern. Zum Teil auch als Ergänzung zu subversiv.at und e-stangl.at.

Die Struktur der Site ist auch geprägt von der skeptischen Auseinandersetzung mit 'Para-Wissenschaften' als einem 'Phänomen unserer Zeit' (?)  und meinem Interesse an Philosophie und Philosophiegeschichte.

Mittlerweile ist auch die Physik wieder ein 'offizieller' Teil meiner beruflichen Identität geworden (punktwissen.at).  Der Stil und die Zielsetzung von radices.net bleibt unverändert.

Ergänzung 2006: Netzwerktheorie und IT-Sicherheit

Ich lese diese Seite selbst nach einiger Zeit wieder aufmerksam, 'in meiner Vergangenheit blätternd' - und werde die alte Version nicht editieren.

Meine wissenschaftlichen Wurzeln (radices) und Ihre Verbindung zu meiner beruflichen Gegenwart sehe ich nun vor allem in zwei Themen widergespiegelt:

1) Netzwerktheorie, Stichworte: Systeme, skalenfreie Netze.
Die Physik bietet viele (mathematische) Modelle, die mit mehr oder weniger kühnen Modellen auch auf soziale Systeme übertragen werden können (siehe meinen Beitrag zum Projekt 'Kapitalismus gezähmt' des Club of Vienna: Vortragsunterlagen, hier der ganze Artikel zu Analogien aus den Naturwissenschaften). Ich bin einerseits fasziniert von den interdisziplinären Impulsen, auf der anderen Seite bleibt ein Unbehagen über die 'Berechenbarkeit' menschlicher Knoten in Humannetzwerken.

2) IT-Security hat eine philosophische Dimension erhalten, mit der ich nicht gerechnet hätte.
Was wird von uns (Menschen unserer Zeit) übrig bleiben? Werden unsere Nachfahren unsere Spuren (Daten) lesen können? Stimmt es, dass unsere Zeit als die am schlechtesten dokumentierte in die Geschichte eingehen wird - weil gar nichts gesichert wird (weil die Informationsfülle die Klassifikation des wirklich Wichtigen verhindert? Mein Beitrag ist vorerst ein pragmatischer und technischer. These: Dass keine Technologie der Welt uns abnimmt, uns die Fragen nach der Wichtigkeit unserer elektronischen Hinterlassenschaften selbst zu stellen.

Version 2004: IT, Quanten und klassisches Bildungsideal auf moderne Art

Ein Versuch einer Erklärung an einem Beispiel, das auch zur Publikation auf einer Website passt.

Ich arbeite als Berater für Informationstechnologie. Ein Bereich, der mich aufgrund meiner wissenschaftlichen Wurzeln dabei besonders fasziniert, sind die Grundlagen des weltumspannenden Internet. In der wissenschaftlich analytischen Rolle sind hier für mich vor allem diese Grundlagen interessant, auf deren Basis es möglich ist, dass an diesem Netz ständig und dezentral gebaut wird, und trotzdem die Funktionstüchtigkeit des ganzen Netzes sicher gestellt bleibt. Möglich wird dies durch Standards und Protokolle, die auf einer relativ tiefen Ebene regeln, wie die Kommunikation in diesem Netz abläuft. Meine nebenberufliche Beschäftigung mit Quantenkryptographie kommt von diesem Zugang.

Elke Stangl

Die Grundlagen der Quantenkryptographie können der Physik zugerechnet werden können und deren höhere Ebenen der Informatik. Die physikalischen Grundlagen beruhen auf der Theorie der Quantenphysik, praktisch gesehen ist vor allem die Laserphysik hier von Bedeutung. Gerade die Quantenphysik ist aber wieder ein Bereich der Physik, der versucht, auch eine Brücke zur Philosophie zu schlagen: Im Gegensatz zu anderen Zweigen der Physik fehlt hier noch ein Urprinzip, auf das man die Quantenphysik auch philosophisch stellen könnte. Es gibt einige mathematisch äquivalente Formulierungen, von denen ausgehend man die Quantenphysik begründen kann, aber der philosophische Unterbau ähnlich zu dem z.B. der Newton'schen Mechanik ist noch in Diskussion. Prof. Zeilinger, postuliert z.B. ein Urprinzip, das auf der Quantisierung von Information aufbaut. Letztendlich geht es um die Frage, was Information und Wissen eigentlich ist.

Quantenkryptographie interessiert mich, weil hier fast alle Fachgebiete interdisziplinär vereint betrachtet werden (Laserphysik, Quantentheorie, Informatik, Netzwerkprotokolle), die mich in den letzten 15 Jahren in irgendeiner Weise theoretisch und/oder praktisch betroffen haben.

Neben dieser Betrachtung des weltumspannenden Netzes, in das vielleicht in einigen Jahren auch Quantencomputer und quantenkryptographische Verschlüsselungsmaschinen eingebettet sein werden, interessiert mich als 'Mediator' die soziale Komponente: die Auswirkung der Änderung unseres Alltags, unserer Arbeitswelt und der Kommunikation der Menschen untereinander.

Ich habe in verschiedenen Funktionen in den letzten Jahren, die alle der Branche Informationstechnologie (IT) zugerechnet werden können, erlebt, wie Technologie schleichend unsere Kultur tief greifend verändert und bin immer etwas im Zwiespalt zwischen der kritischen Sicht z.B. eines Neil Postman und den neuen Möglichkeiten der Kommunikation (wie leicht es z.B. alte Schulfreunde im Internet zu finden und wieder Kontakt zu Ihnen aufzunehmen).

Mein Arbeitsumfeld ist gekennzeichnet von hohem Tempo, schnellen Technologie-Wechsel, Atemlosigkeit, herausfordernden Möglichkeiten und scheinbar wenig Zeit, um über Veränderungen nachzudenken. In 4-Augen-Gesprächen mit Bekannten erfahre ich meist, dass jeder in dieser Technologie-Welt eine gewisse Sehnsucht nach Ruhe und Kontemplation in sich trägt und diese auf irgendeine Weise kompensiert. Alle diese Menschen sind unterschiedlich, aber eine gewissen Widersprüchlichkeit scheint hier zu einer Art Markenzeichen zu werden.

Einige konkrete Bespiele realer Personen: IT-Manager sind nebenbei Bio-Bauern und bedauern, von Ihrer Landwirtschaft nicht leben zu können - ohne die Herausforderungen der IT-Branche aber auch nicht. In den Internet-Foren, die für die Schaffung von geschäftlichen Kontakten konzipiert wurden, haben die Diskussionsforen den meisten Zulauf, in denen über den Sinn des Lebens und die letzten Dinge philosophiert wird. Leute, in deren Berufsalltag harte Verkaufszahlen und technische Tatsachen den Wertmassstab vorgeben und die in jeder Hinsicht kritisch und vorsichtig sein müssen, lesen Bücher und Philosophie, Psychologie und Esoterik. Und sind bei der Betrachtung von 'Alternativwissenschaften' (Homöopathie etc.) lange nicht so rational und kritisch, wie es ihr Beruf erfordert (?)

Diese Website ist Teil eines Projektes (oder von einigen), in dem ich versuche, philosophische Fragen dieser Art an Hand lebenspraktischer Herausforderungen aufzuarbeiten. Ich versuche auf eine moderne Art trotzdem so etwas wie das Bildungsideal der Renaissance zu realisieren (d.h. dass z.B. auch Informationstheorie in den Kreis der klassischen Wissenschaften aufgenommen wird). Interdisziplinarität und Offenheit gegenüber anderen Wissenschaften ist mir sehr wichtig.

Ich versuche Themen herauszuschälen, die die oben genannten Aspekte in breiter Form widerspiegeln (so ähnlich wie das Beispiel meines Zugangs zum Internet) wie ein Hologramm, in dem ein kleiner Splitter des Hologramms fast die gesamte Information zu enthalten scheint.

(Im Laufe des Herbst 2004 entstanden: Quelle für interessante Diskussionen zum Thema 'Offenheit im Internet')

radices.net ist eine Website von Elke Stangl, siehe Impressum. Wer versucht ist, das alles hier zu ernst zu nehmen, sollte zur Sicherheit auch folgende Sites besuchen EPSI, Subversives