Physik repräsentiert...
in meinen Augen die allgemeinste Naturwissenschaft, die am ehesten ermöglichte, zu erkennen 'was die Welt im Innersten zusammenhält'.
Physik benutzt die Sprache der Mathematik, um die Welt zu beschreiben. Trotzdem haben Physiker zur Mathematik eine ganz andere Beziehung als 'reine Mathematiker'. Physiker sehen in der Mathematik ein Werkzeug, um Hypothesen in formaler Form zu bilden - die meisten Naturphänomene werden beschrieben durch einen Satz von Differentialgleichungen. Aus der Lösung der Differentialgleichungen ergeben sich - überprüfbare - Vorhersagen über das Verhalten dieser Systeme
Ich erinnere mich an den Ausspruch eines russischen Gastprofessors an der Universität Linz: 'The equation talks!' Ein anderer berühmter Physiker (ich glaube mich zu erinnern: Landau) hat angeblich behauptet, jemand hat eine Differentialgleichung nur verstanden, wenn er die Lösung beschreiben kann, ohne die Gleichung zu lösen. Genau diese Mischung aus 'Sehen einer Lösung', Erfassen der 'Bedeutung einer Gleichung' und trotzdem exakter Kontruktion der 'Realität' aus dem Formalismus war es auch, was mich in meinen ersten Vorlesungen für theoretische Physik des leider schon verstorbenen Professor Macke in den Bann gezogen hat.
Zu meinem Zugang zur Physik siehe auch meinen Beitrag zum Projekt 'Kapitalismus gezähmt' des Club of Vienna:
- Vortragsunterlagen zum Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des Club of Vienna.
- Artikel zu Analogien aus den Naturwissenschaften.
Unterteilung der Physik
Die Physik kann klassisch in unterschiedliche Gebiete unterteilt werden, die sich bis zu einem gewissen Grad auch als Navigation für diese Website eignen würde. Diese Unterteilung ist auch Basis der Gliederung der Vorlesungen des Grundstudiums der Physik, obwohl meines Erachtens die Komplexität und Vernetzung der interessanten Fragestellungen 'unserer Zeit' eine solche Unterteilung obsolet macht:
- Klassische Mechanik: Die Beschreibung von Systemen auf der Basis der Newton'schen Bewegungsgleichung - aus meiner Sicht aber nicht weniger 'geheimnisvoll' und faszinierend als die Quantenmechanik. Näheres siehe die Seite zur Mechanik.
- Eletrodynamik: Die Beschreibung von elektrischen und magnetischen Phänomenen - mit einer 'natürlichen Weiterententwicklung durch die Einbeziehung relativistischer Phänomene.
- Quantenmechanik: Eine alternative Beschreibung der Welt, die im Gegensatz zu klassischen Mechanik auch Phänomene im mikrsokopischen Bereich korrekt beschreibt. Am Übergang zur makroskopischen Welt geht verschwinden die quantenspezifischen Phänomenen und die klassische Mechanik liefert eine äquivalente, aber einfachere Beschreibung.
- Thermodynamik: Eine phänomenologische Beschreibung der Welt unter Nutzung von Größen wie Druck, Temperatur, Energie., Entropie. Diese Größen lassen sich durch eine mikroskopische Betrachtung zurückführen bzw. erklären durch statistische Eigenschaften eines Vielteilchensystems.
Elke Stangl. Kleinere Änderungen Herbst 2009.
