Skepsis als Weltanschauung?
Skeptizismus ist einerseits eine Bezeichnung für eine philosophische Richtung mit einer exakten Definition. Im Alltagsgebrauch wird der Begriff aber etwas abgeschwächt verwendet.
Ich habe das in einem Forum einmal so zusammengefasst:
I think we have to define, which way of sceptic thinking we refer to, because as far as I know, there are two different ways - being different with respect to the scope of areas being impacted by the endless regress. There are two traditions of scepticism - "academic" and "Pyrrhonic" (academic: referring to Platon's "academia", the second: referring to their founder: Pyrrho). Sextus claimed himself to be a successor of Pyrrho, and most of his publications comprise quotations of other members of the "Pyrrhonic school" and Sextus himself was not a brilliant mind himself.
Acedemic view:
We do not KNOW anything except the fact, that we do not know anything. To prove
that, these sceptics use the regress techniques.
Pyrrhonic view:
... agreeing to the academic view and adding:
"... and even that, we do not know for sure".
I do not say, that the latter way of scepticism is extremely useful.
Besides it is sort of "easy" to refuse ANY type of belief and justification. You
can "win" any dispute with anybody, if he is believing in "something" at any (meta)
level.
Bottom line: I agree to you, if you refer to the "academic" was of sceptical reasoning - your arguments hit "the weak link" in their argumentation (the only thing they believe in: the way and logics of reasoning on a meta level). If we would agree to go on talking about more radical sceptical approaches, I suppose there is nothing more to discuss.
Im ursprünglichen Sinn des Wortes bezweifeln Skeptiker jegliches sicheres Wissen - egal ob dieses Wissen (scheinbar) aus der Erfahrung abgeleitet wird oder (scheinbar) durch Schlussfolgerungen der Vernunft begründet wird. Streng genommen, könnte man nicht einmal wissen, dass man nichts wissen kann. Skeptizismus stellt eine Gegenbewegung zum Dogmatismus dar, dessen Anhänger annehmen, dass es so etwas wie erfahrbares oder begründbares Wissen gibt.
Gedanken-Entwürfe
Ich verbinde folgende - noch auszuformulierende - Gedanken mit skeptischen und dogmatischen Geisteshaltungen:
Tendenziell sind Skeptiker "gegen etwas", was dieser Strömung und
ihren Vertretern (z.B. CSICOP)
auch teilweise ein eher negatives Images verschafft hat. Ich denke, weil es
nach allgemeiner Meinung leichter ist "gegen etwas" zu sein, insbesondere
etwas logisch zu zerpflücken, als "für etwas" zu sein. Das ist
wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass die offiziellen Zeitschriften der
Skeptiker (wie skeptiker) sich weniger gut verkaufen als Bücher von Erich von Däniken.
Zudem gibt es skeptische Organisationen, die Organisationen wie CSICOP
Dogmatismus und unkritische, inquisitorische Verfolgung
para-wissenschaftlicher Ideen vorwerfen. Diese Kritik kommt z.B. in
folgender Veröffentlichung über die Geschichte und die Zielsetzungen von
CSICOP zum Ausdruck:
http://www.tricksterbook.com/ArticlesOnline/CSICOPoverview.htm
Kritik am Skeptizismus erscheint mir wie Kritik an Literaturkritikern, die - da
sie selbst keine Künstler sind - sich einer ähnlichen Kritik nie stellen
müssen.
Ich kann nicht umhin, gegenüber vielen Behauptungen von Parawissenschaftler skeptisch zu sein, versuche aber über
Berücksichtigung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhangs "gerecht" zu
sein. Was das heißt, wird sich erst im Zuge dieses Projektes herausstellen.
Meistens bezeichne ich mich als "wohlmeinende Skeptikerin".
Prinzipiell stimme ich Aussagen zum modernen skeptischen Denken (wie auf
folgender Seite zitiert).
Dennoch möchte ich hier etwas hinzufügen... das derzeit aber noch nicht
fertig gedacht und formuliert ist.
Vertreter der institutionalisierten Wissenschaftreagieren in
Diskussionen über "anerkannte" Wissenschaft und Parawissenschaft
manchmal
genauso dogmatisch wie ihre Gegner. Neil Postman hat in "Die Verweigerung
der Hörigkeit" bewusst pointiert dargelegt, warum unsere so genannte moderne
Gesellschaft als abergläubischer als das Mittelalter gelten wird: Jeder wird
die Frage, ob die Erde rund sein, mit "Ja" beantworten, aber niemand wird
einen plausiblen Grund nennen können, warum er das glaube. ("Weil ich es in
der Schule in Büchern gelesen habe, deren Autoren anerkannt im Sinne des
wissenschaftlichen Systems sind" gilt nicht). Ich denke es ist gar
nicht so leicht, schlüssig zu erklären, warum unsere Erde ein runde Kugel ist
und keine Hohlwelt (was jetzt in keinster Weise meinem großen Erstaunen darüber
Abbruch tut, dass es wirklich Vertreter einer Hohlwelttheorie gibt.
Es gibt allerdings auch skeptisch orientierte Organisationen, die der
ursprünglichen Idee des Skeptizismus näherkommen (z.B.
www.skeptizismus.de)
