Was ist Wissenschaft?
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Was ist Wissenschaft?

Ich habe hier einiges aufzuholen, was viele Denker in den Jahrhunderten vor mir schon auf diese Frage geanwortet haben. Dieses  Aufholen wird vermutlich ein Leben lang anhalten und mich wahrscheinlich davon abhalten, wirklich revolutionäre wissenschaftliche Erkenntnisse zu produzieren ;-)

Natürlich hatte der letzte Absatz auch eine provokative Komponente, die aber einen Teil meines wissenschaftlichen Selbstverständnisses veranschaulichen sollte: Wissenschaftliches Herangehen an eine Fragestellung hat für mich etwas sehr Bescheidenes, Demütiges an sich. Ich verbinde mit dem Begriff "Wissenschaft" nicht in erst Linie umwälzende Veränderungen, auch deswegen, weil diese scheinbar aus dem Nichts auftauchenden Änderungen das Ergebnis langer Prozessketten des Denken und Bemühens, von Versuch und Irrtum sind.

Hier ist trotzdem einmal ein Versuch einer ad-hoc-Definition:

Jeder Definition liegt eine bestimmte Weltanschauung oder zumindest eine Art Denkschema zugrunde. Vor einer Definition von Begriffen muss klar sein, was diese Definition bewirken soll. Gerade eine Definition von Wissenschaft wird daher immer subjektiv bleiben, das Verständnis von "Wissenschaft" auch eine Gebrauchsanleitung für den Umgang mit Definitionen beinhaltet. Hier ergibt sich eine rückbezügliche Verflechtung der Begriffe Wissenschaft und Definition.

Hier ist trotzdem ein Versuch einer Definition von Wissenschaft, in der noch einige weitere rückbezügliche Definitionen auftauchen. Fast jeder der verwendeten Begriffe sollte wieder mit einem Hyperlink versehen und weiter erklärt werden, wobei ich nicht sicher bin, ob das hier sinnvoll ist.

Wissenschaft versucht ein tieferes Verständnis des Universums zu erreichen.

Verständnis bedeutet, beobachtete Naturphänomene erklären zu können.

Erklärungen setzen Phänomene mit anderen Phänomenen in Zusammenhang und verwenden eine formale Sprache, meistens die der Mathematik.

In der formalen Sprache wird eine Theorie formuliert. Formal nicht (immer) im mathematisch-formalen Sinn, aber zumindest mit einer gewissen Strenge, die eine Selbstverpflichtung der Selbstkonsistenz nach sich zieht.

Theorien können bis zu einem gewissen Grad verifiziert werden, indem eine Hypothese über ein noch nicht beobachtetes Phänomen aufgestellt wird.

Theorien müssen immer so formuliert werden, dass sie auch falsifiziert werden können.

Konkret wird Wissenschaft oft erlebt als Aktivitäten des Wissenschaftsbetriebes bzw.  der wissenschaftlichen Gemeinschaft (Scientific Community) und ist damit ein kulturelles Phänomen.

Analog zu dem Ausspruch, dass Demokratie die schlechteste aller Staatsformen ist, es aber keine bessere gibt, sehe ich in den Grundzügen nicht wirklich eine Alternative. Oder: Kritik an dem Wissenschaftsbetrieb oder anderen kulturellen Aspekten bedeuten nicht automatisch, dass es nicht sinnvoll wäre, so etwas wie eine "wissenschaftliche Heransgehensweise" an Probleme zu definieren.

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